Future Skills: Vom Buzzword zur echten Zukunftskompetenz

Future Skills – ein Begriff, der vielen inzwischen begegnet ist und doch oft Fragen aufwirft. Ist es ein neuer Hype am Fortbildungsmarkt? Eine Modeerscheinung, die bald wieder verschwindet? Oder betrifft es nur junge Leute, während diejenigen, die schon viele Jahre im Berufsleben stehen, sich fragen, ob das überhaupt noch etwas mit ihnen zu tun hat?

Ich kann diese Fragen gut verstehen. Als ich vor einigen Jahren begann, Trainings abzuhalten, in denen Mitarbeitende lernen sollten, mit den kontinuierlichen Veränderungen der digitalen Zusammenarbeit – insbesondere mit Microsoft 365 – Schritt zu halten, begegnete mir der Begriff Future Skills zum ersten Mal. Damals tauchte er im Umfeld von Digital Literacy auf. Und wie so oft, wenn in der Bildungsbranche neue Begriffe auftauchen, fragte auch ich mich: Was steckt wirklich dahinter?

Denn wir kennen das ja: Alle paar Jahre scheint ein neues Wort durch die Weiterbildungswelt zu geistern – Empowerment, Upskilling und eben auch Future Skills. Und als Trainerin in der beruflichen Bildung ist es mir wichtig, dem auf den Grund zu gehen. Nicht jeder Begriff bringt wirklich etwas Neues, und nicht alles, was glänzt, verändert am Ende tatsächlich den Lernalltag.

Doch bei Future Skills wurde mir schnell klar: Hier geht es nicht um ein weiteres Schlagwort, sondern um eine neue Denkweise. Um die Kombination unterschiedlicher Fähigkeiten, die man nicht einzeln lernt, sondern miteinander verbindet. Und genau das macht den Unterschied zur klassischen Wissensvermittlung: Wir gehen weg vom reinen Input und hin zu einem Kompetenzaufbau, der uns auf die Zukunft vorbereitet.

Was sind Future Skills eigentlich?

Future Skills sind nämlich keine Erfindung der letzten Jahre. Ihre Wurzeln reichen zurück in die Bildungsforschung der 1990er Jahre, als man begann, sogenannte Graduate Attributes zu untersuchen – also Eigenschaften, die Hochschulabsolventen für den beruflichen Erfolg benötigen. Später hat der Bildungsforscher Ulf Daniel Ehlers den Begriff geprägt. Er beschreibt Future Skills als Fähigkeiten, die Menschen dabei helfen, in neuen und unvorhersehbaren Situationen eigenständig Lösungen für komplexe Herausforderungen zu finden.

Diese Fähigkeiten basieren auf Denken und Analyse, Motivation und Willenskraft, sozialen Kompetenzen, persönlichen Werten – und natürlich auch technischen Fertigkeiten. Aber der entscheidende Unterschied zu klassischen Skills ist folgender: Future Skills bereiten uns auf die VUCA-Welt vor, also auf eine Welt, die volatil, unsicher, komplex und mehrdeutig ist.

Über die Jahre sind dazu unterschiedliche Frameworks entstanden, wie beispielsweise das des Stifterverbands oder der Future Skills Navigator. Sie unterscheiden sich im Detail, aber sie alle betonen die Verbindung von technischen und menschlichen Kompetenzen sowie die Fähigkeit, sich kontinuierlich anzupassen. Und genau das macht sie so wertvoll.

Warum klassische Trainingsmethoden nicht mehr ausreichen

Denn unsere Welt heute ist nicht mehr die Welt, in der klassische Trainingsmethoden problemlos funktionieren, hier das Zeitmanagement, dort die Excel-Schulung, dann ein Training für Video-Calls und Feedback-Surveys, dann Büroorganisation und schliesslich noch Kommunikations- und Rhetoriktraining. Früher war die Arbeitsumgebung überschaubar: Hier die E-Mails, dort die Ordner, ein paar Papierstapel, vielleicht eine zusätzliche App. Heute arbeiten wir in der Cloud. Aus „mein Dokument“ wurde „unser Dokument“. Wir sind ständig erreichbar, jonglieren mehrere Kanäle gleichzeitig und bewegen uns in einem digitalen Umfeld, das viele überfordert.

Dieser Wandel bringt einen Paradigmenwechsel mit sich: Weg vom traditionellen Lernen, das auf Effizienz setzt, hin zu Lernen, das Anpassung verlangt. Weg von starren Methoden, hin zu flexiblen Ansätzen. Weg vom Ziel „mehr schaffen“, hin zur Frage: „Wie schaffe ich das Richtige – und bleibe dabei gesund?“

Ein praktisches Beispiel: Wirkungskompetenz in Online-Calls

Ein besonders gutes Beispiel für die praktische Anwendung von Future Skills ist die Wirkungskompetenz in Online-Calls. Viele meinen, es reiche, sich vor den Bildschirm zu setzen, Zoom oder ein anderes Tool zu öffnen und irgendetwas zu präsentieren. Doch das Gegenteil ist der Fall. Online-Wirkung verlangt weit mehr als gute Folien. Hier kommen klassische Fähigkeiten – wie Selbstreflexion, Kommunikation und der Umgang mit Nervosität – genauso zum Einsatz wie digitale Fähigkeiten: technische Souveränität, der gezielte Einsatz von Tools, digitale Etikette in der Zusammenarbeit mit anderen. Und nicht zuletzt transformative Kompetenzen wie Authentizität, Inspiration und kontinuierliche Verbesserung.

Nicht alles neu erfinden – sondern bewusst machen

Aus Sicht der Trainerin finde ich, dass es sich bei Future Skills nicht um einen völligen Neuanfang handelt. Vieles von dem, was wir im Arbeitstag, bei Online-Veranstaltungen oder in Trainings schon lange tun, passt hervorragend zu Future Skills. Wir müssen nicht alles neu erfinden. Vielmehr sollten wir bewusst machen, wo wir bereits Zukunftskompetenzen vermitteln – und wo wir sie sinnvoll ergänzen können.

Denn am Ende geht es darum, Menschen zu befähigen, in einer ungewissen Welt erfolgreich und sinnvoll zu handeln. Und genau das macht Future Skills für mich so wertvoll: Sie verbinden, was wir schon können, mit dem, was wir für die Zukunft brauchen.

Im nächsten Schritt zeige ich, wie ein Future-Skills-basiertes Training zur Online-Wirkung aussieht – und welche konkreten Kompetenzen dabei entstehen. Bleiben Sie gespannt.

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